Vortrag im Rahmen des Objektforums in Frankfurt
Zum Inhalt des Vortrages:
Seit 25 Jahren belegen Untersuchungen, dass die Kosten für Softwarewartung und -evolution mindestens 50% der Gesamtkosten der Entwicklung ausmachen und der Anteil eher zu steigen als zu sinken scheint. Softwareeigenschaften wie Wartbarkeit, Erweiterbarkeit, Wiederverwendbarkeit -- also die Qualität aus Entwicklersicht: innere Qualität, sind damit zentrale Kostenfaktoren. Durch Zeitersparnis bei der Weiterentwicklung und weniger Softwarefehlern erhofft man sich außerdem von guter innerer Qualität einen Produktivitätsgewinn und eine verbesserte Softwarequalität aus Kundensicht.
Warum kommt es nun immer wieder zu Problemen mit innerer Qualität? Wie erkenne ich möglichst automatisch derartige Probleme in großen Softwaresystemen? Was sind typische Probleme? Kann ich sie verhindern? Gibt es Möglichkeiten, erkannte Probleme automatisiert zu beheben? Der Vortrag geht auf diese Fragen für objektorientierte Softwaresysteme ein und illustriert sie anhand von Beispielen aus der Entwicklungs- und Assessmentpraxis. Außerdem gibt er einen Ausblick, welche Verfahren am FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe, in Forschungsprojekten entwickelt und in naher Zukunft praxistauglich sind. Dazu gehören Verfahren zur Problemerkennung beispielsweise für neuere Entwicklungsansätze wie Modell Driven Architecture oder durch Einsatz von Clusteranalysen. Auf der Seite der Problembehebung sind dies unter anderem Behebungsvorschläge auf Basis genetischer Algorithmen.
Der Forschungsbereich Programmstrukturen des FZI (Prof. Dr. G. Goos / Prof. Dr. A. Oberweis) verfolgt das Ziel einer ingenieursmäßigen Softwarekonstruktion, für die er in Industriekooperationen und Forschungsprojekten auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene Methoden und Werkzeuge entwickelt. In diesem Rahmen bildet Softwarequalität seit längerem einen Schwerpunkt der Arbeiten des Forschungsbereiches.
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